ESSEN UND TRINKEN FÜRS INTERNET

Um im „Neuland“ während des Sommerurlaubs Zugang zum Internet zu bekommen, erlebt man die tollsten Dinge.

Wir sind derzeit mit dem Wohnmobil auf Campingplätzen unterwegs.

Erkundigung beim Platzwart:

Ich: Wie kann ich Ihr angebotenes WLAN auf dem Platz nutzen?

Platzwart: Das gibt es nur hier (a.d.R. kleiner Biergarten auf dem Campingplatz).

Ich: Ja, aber es ist mit einem WPA Passwort geschützt.

Platzwart: Ja, das Kennwort gibt es nur wenn Sie sich hier hinsetzen, etwas zum Essen UND Trinken bestellen.

Ok, schnell zu meiner Frau gelaufen um zu verhindern, dass sie etwas zum Essen kocht. Gesagt getan, Familie eingepackt und allen klargemacht das jeder zu Essen UND Trinken bestellen muss.

Nach der verbindlichen Bestellung von Essen UND Trinken bekomme ich ein Blattpapier:

  • Kein illegales Herunterladen …

  • Keine Teilnahmen an Tauschbörsen, den sogenannten Filesharing (Warum eigentlich, wegen der Bandbreite? Oder weil Filesharing, gerüchteweise, grundsätzlich böse ist? Oder ist das schon das Darknet?)

  • Keine Kinderpornografie

  • Keine Beleidigungen und Volksverhetzung

Das ganze muss man mit Datum von/bis, Name und Unterschrift bestätigen. Datenschutztechnisch ist das natürlich auch der Gau, da sich auf dem Zettel schon zwanzig andere Personen verewigt haben. Sei’s drum ich will Internet.

Nun wieder zum Neuland, sagenhafte 700 Kilobits pro Sekunde gibt es im Down- und 10 Kilobits im Upstream. Natürlich nicht stabil. Dummerweise bricht das ganze nach ca. 23 Minuten komplett ab – nichts wars mit dem Download. Entnervt gehe ich zurück zu unserm Wohnmobil.

Wenn man bedenkt, das es z.B. in Tokio stabile Downstreams von 2.097.152 Kilobits pro Sekunde für Privathaushalte gibt, d.h. ca. 3.000 mal schneller, könnte ich weinen.

Danke liebe Politiker für die Digitale-Agenda und den erfolgreichen Breitbandausbau, ok, laut Agenda habt Ihr ja noch gute 1,5 Jahre Zeit.

Danke für die Störerhaftung, dass ich dämliche Zettel ausfüllen muss oder wie auf anderen Campingplätze tolle Captive-Portals habe, welche SSL-Zertifikate gegen eigene Austauschen, damit sie auch verschlüsselt Verbindungen mit lesen können. Ist das überhaupt legal?

Fakt ist, dass dies der dritt Campingplatz ist, auf welchem ich es nicht schaffe alle meine Mails zu laden.

Neuland Deutschland, so wird das nichts mit dem Digitalenzeitalter.

Liebe Politiker, Ihr seit gerade erfolgreich dabei den Fortschritt (Wohlstand) zu verspielen, welche Generationen vor Euch uns geschenkt haben. Ausbaden wird es aber nicht Eure Generation, so lange hält der Wohlstand schon noch, sondern unsere Kinder. Aber die dürfen ja noch nicht wählen und sind, wie auch ihre Eltern, durch den Demografischer Faktor eine Minderheit in Deutscheland. Also schert Euch nicht um uns. Hört nicht auf Experten, das mit dem Internet ist nur eine vorübergehende Modeerscheinung. Kann man einfach weg ignorieren.