Deutsche Post AG – RIP

Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll.

Zu erst fange ich mit der Packstation an. Ich dokumentiere hier nur grob die Schritte. Zuerst einmal warte ich auf ein Paket, also nichts Besonderes. Ich kann in der Paketverfolgung am Morgen erkennen, dass das Paket verladen wurde und sich in der Zustellung befindet. Am Abend hat sich der Status nicht geändert. Auch am nächsten Tag nicht. Ich frage mich, ob das ein neuer Service ist, dass die Päckchen mehrere Tage spazieren gefahren werden. Dann bekomme ich eine Meldung, dass die Packstation 161 ausgefallen ist. Tage später, ich hätte den Inhalt Anfang der Woche gebraucht, kann ich es dann tatsächlich abholen.

Dann bekomme ich eine weitere SMS für ein Paket. Ich wundere mich, konnte mich nicht erinnern, dass ich noch was bestellt hatte – aber vielleicht meine Frau? Wie auch immer. Ich fahre hin, gebe die mTan 3x ein und bin gesperrt. Ok, bei 3 Fehleingaben wird man gesperrt. Warum um alles in der Welt schickt man mir dann eine mTan? Ich habe diese sicherlich richtig eingegeben. Bis heute weiß ich nicht, ob ich etwas erhalten sollte oder nicht.

Dummerweise bestelle ich aber noch etwas. Was ich natürlich nicht abholen kann, da ich gesperrt bin. Ich soll die Hotline anrufen. In der Warteschlange sagt man mir, dass ich alle Services auch Online machen kann. Blöd wie ich bin, lege ich auf und probiere es „Online“, kann aber keine Möglichkeit finden, meinen Account freizuschalten. Also rufe ich wieder in der Hotline an, warte geduldig eine Ewigkeit und höre mir immer wieder an, dass man ALLE Dienste Online erledigen kann. Nach dem ich dann endlich einen Service Mitarbeiter erreiche, erfahre ich, dass das Entsperren eines Kontos eben nicht Online geht, denn ich muss ja authentifiziert werden. Online könnte das ja nicht erfolgen – wäre wohl zu unsicher. Und jetzt wird es erst richtig lustig.

Für die Authentifizierung muss ich meine Adresse und mein Geburtstag nennen.

Wie blöd muss man eigentlich sein, um sich so einen Prozess auszudenken. Natürlich kann keiner aus dem Telefonbuch meine Adresse herausfinden. Mein Geburtstag ist selbstverständlich streng geheim. Dass kann sicherlich keiner wissen. Ein läppisches Credential (Login Online), das bei mir aus einer individuellen E-Mail-Adresse und einem ellenlangen Passwort besteht, das ich natürlich generieren lasse und nur für diesen Service verwende, ist natürlich nicht so sicher wie meine Adresse.

Wie auch immer. Die Dame am Telefon weiß ja nun, dass ich gesichert ich bin und entsperrt meinen Account. Später bekomme ich dann eine mTan zugeschickt, dass es wieder entsperrt ist. Dummerweise muss ich – scheinbar im Gegensatz zu manchen Menschen bei der Post – korrekte Arbeit abliefern, und kann jetzt nicht gleich zu der Packstation rasen. Nehme ich mir für Sonntag Abend vor. Oh Wunder, am Sonntagvormittag erhalt ich eine SMS, dass mein Account gesperrt wäre. Immer noch nicht desillusioniert genug fahre ich hin und erhalte die Meldung, das meine mTan’s nicht korrekt sind – ach ja, ich habe doch glatt noch ein Paket bestellt – natürlich kann ich keins davon abholen.

Und weil ich ja gerne Spass mit der Post habe, möchte ich noch ein Paket aufgeben. Da es sich ja um eine Retoure handelt, sollte das ja auch ohne meinen gesperrten Account gehen. Ich bekomme zwei Größen zu Auswahl, wobei ich erkennen kann, dass es deutlich mehr Größen an Fächer gibt. Also nehme ich das Größere der beiden. Schwub, ein Fach öffnet sich, aber wie der Teufel es will, passt dass Paket knapp nicht rein. Ok, denke ich mir, wo ist der Abbrechen-Button, denn ich kann das Paket ja nicht in das Fach tun. Es ist unglaublich. Es gibt keine Möglichkeit diesen Vorgang abzubrechen. Ich kann meine Versandnummer auf dem Display sehen, aber ich kann nirgend wo angeben, dass das Paket nicht reingeht. Das Einzige, was ich machen kann, ist, das Fach zu schließen. Weiß Gott, ob ich das Paket jemals wieder mit dem Retourenschein verschicken kann.

Ähnliches habe ich mit dem „tollen“ PostIdent-Verfahren erlebt. Da muss ich Online meine Daten eingeben. Welche ich dann Ausdrucken muss und zu Post tragen. Ein armer Mitarbeiter der Post tippt dann im Einfinger-Adler-Suchsystem den Ausdruck von mir ab. Hört sich schräg an, geht aber noch besser. Nach dem alles eingetippt ist, werden die Daten wieder ausgedruckt. Von dem Postmitarbeiter und mir unterschrieben, danach das Original in ein Kuvert eingetütet und verschickt. Geht aber noch besser. Ich hatte nämlich zwei PostIdents. Nee, da gibt es keine Wiedervorlage oder so was Hochmodernes wie copy & past, Einfinger-Adler-Suchsystem und alles noch mal von vorne getippt.

Nach dem ich gerade, Montag 27. April 2015, noch mal mit einer netten Dame von der Hotline telefoniert habe, erfahre ich, dass ich eigentlich gar nicht gesperrt bin, aber die Station teilweise ungültige mTans verschickt. Sie schickt mir gleich mal eine Gültige mTan zu, diese soll ich mir bitte aufheben. Wie so aufheben? Ah ja, abholen kann ich das Paket nicht, denn die Packstation wurde heute vom Service außer Betrieb genommen. Stimmt, ich bekomme ja dauernd SMSe und Mails zugesendet, aber dass könne die Post leider nicht abstellen. Kurz war ich am überlegen, ob ich mir einfach mal ein paar CPUs beim AWS (Amazon Web Services) shoppen soll und mal richtig zurück antworte. Aber dann viel mir wieder ein, dass ich persönlich (D)DOS Attacken nicht für ein adäquates Mittel des Protestes halte.

Ich fragte, ob es denn nicht eine andere Möglichkeit gäbe, an die Päckchen ran zu kommen. Sprich, kann das nicht einfach Einer aufsperren und rausholen? Nein, denn dieser Prozess ist so nicht vorgesehen. Ich muss warten, bis es wieder repariert ist. Oder die Speicherfrist überschritten ist. Dann werden die Päckchen wieder an Amazon zurückgeschickt. Es ist einfach nur traurig. Ich kann meiner Tochter nicht sagen, wann das Päckchen für Sie bei uns sein wird, das eigentlich für Samstag vor 10 Tagen zugesagt war. Wissen eigentlich die Verantwortlichen bei der Post, wie lange 10 Tage für ein Kind wirklich sind?

Ich weiß, dass es bei der Post viele nette und kompetente Mitarbeiter gibt. Ich weiß, dass sich der nette DHL Mann einen abarbeitet und immer freundlich die Pakete bei uns abgibt. Diese Menschen bewundere ich, denn es kann mir keiner erzählen, dass die „Prozess“ Erfahrungen, welche ich hier mache, sich nur auf meine Anwendungsfälle beschränken.

Aber die Menschen bei der Post, welche den oben beschriebenen Schwachsinn zu verantworten haben, müssen in der Hölle schmoren. Sie müssen in der Hölle schmoren, weil Sie aufgrund ihrer zur Schau getragenen Inkompetenz mit den Arbeitsplätzen vieler netter Menschen spielen.

Ich habe mich gefragt ob der Artikel auf SPON McKinsey sieht bis zu 40 Prozent der Jobs in Bayern aufgrund von Digitalisierung in Gefahr nicht etwas übertrieben ist. Nein ist er nicht!

Den die Deutsche Post ist ein Beispiel dafür, wie man komplett die Digitalisierung vergeigen kann. Nur aufgrund der schieren Größe ist es der Post möglich, im Jahre 2015 nach Christus immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Ich kann nur hoffen, dass die Digitalisierung noch mehr an Fahrt gewinnt und der Markt solche inkompetenten Unternehmen weg rationalisiert.

Bitte, bitte liebe Amazon, liefert Eure Paket selber aus und holt euch dazu unseren kompetenten nette DHL Mann. Wo der ist, gibt es noch viele weitere gute Menschen.

Spätestens, wenn man auf einem totem Pferd sitzt, ist es höchste Zeit abzusteigen.