Deutsche Bank möchte vom Bankgeheimnis befreit werden

Von der mir zugeordneten „Offline“ Bankfiliale habe ich einen Brief erhalten. In diesem Brief weißt mich meine Kundenberaterin darauf hin, dass ich doch bitte die „Einwilligungserklärung für die Datenverwendung“ unterschreiben soll.

 Denn:

sollte ich als ihre Kundenberaterin einmal persönlich nicht für Sie da sein können möchte ich sicherstellen, dass meine Kolleginnen und Kollegen Ihre Fragen und Wünsche ebenso zeitnah und zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bearbeiten können.

Warum um alles in der Welt sollte während der Abwesenheit meiner Kundenberaterin kein Kollege(in) auf meine Daten zugreifen können?
Die Dame hat es doch auch geschafft meine Adresse aus dem System zu bekommen, den bis zu diesem Brief war mir gar nicht bewusst das ich eine „persönliche“ Kundenberaterin habe.

Wenn man aber auf der „Einwilligungserklärung für die Datenverwendung“ das ganze klein gedruckte liest, versteht man auch um welche „Kollegen“ es sich hier handelt:

Mir ist bekannt, dass die Deutsche Bank Privat- … selbständigen Finanzberatern eine umfassende Beratung In allen Bank- und Finanzdienstleistungs fragen für Privat- und Geschäftskunden anbietet.

Ok, dass war mir noch nicht bekannt. Jetzt versteht man das natürlich besser. Denn die Kollegen arbeiten gar nicht als Angestellte, sondern sind eigenständige Unternehmer welche Kooperationen mit der Deutschen Bank betreiben. Und natürlich dürfen die nicht auf meine Daten zugreifen.
Heißt das, dass die Urlaubsvertretung bei der Deutschen Bank jetzt per Outsourcing erledigt wird? Und bedeutet das auch, dass wenn meine Kundenberaterin im Urlaub ist, ich mit meinen Bankgeschäften warten muss bis die Dame wieder aus dem Urlaub zurück ist, zumindest wenn ich das Dokument nicht unterschreibe?

Das schönste ist aber:

In vorstehend genanntem Umfang und Zweck befreie Ich die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG auch vom Bankgeheimnis.

Ich muss es hier noch mal schreiben – Befreiung vom BANKGEHEIMNIS!

Das ganze ist eine bodenlose Frechheit! Über den Brief wird suggeriert, dass man die „Einwilligungserklärung für die Datenverwendung“ unterschreiben muss, da man ansonsten Gefahr läuft, zu bestimmten Zeiten, seine Bankgeschäfte nicht erledigen zu können.

Dieser Brief ist vorsätzlich so verfasst, dass man der Meinung ist, dies unterschreiben zu müssen. Meiner Meinung nach ist dies Vortäuschung falscher Tatsachen. Es wird darauf gesetzt, dass der Kunde das Kleingedruckt nicht liest und aufgrund des „guten Namens“ der Deutschen Bank diese Erklärung unterschreibt. Ich kenne genügend Menschen die dies tun würden.

Ich gehe mal davon aus, dass meine Kundenberaterin und oder die Deutsche Bank von den kooperierenden Unternehmer (besser bekannt als Kollegen) eine stattliche Prämie für jede Erklärung erhalten.

Hier befindet sich der gesamte Brief: deutsche-bank-phishing

 

(Beitragsbild: CC by laboratorio linux)